FWM Wagen 807

Aus GILLBACHBAHN

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Fahrzeugdaten Stopfmaschine

Hersteller Jinzhou Tiegong Railway Maintenance Machinary Co.,Ltd.
Fabriknummer 1612053 und 1612054
Typ YD-22 II
Baujahr 04.2016
Anzahl Radsätze 2
Raddurchmesser 250 mm
Gewicht 0,422 t
Länge 1600 mm
Breite 2 x 650 mm
Höhe über SO 1600 mm
Bremse ohne
Zugeinrichtung ohne / in Konstruktion
Höhe OK-Kupplung in Konstruktion mm

Geschichte des Fahrzeugs

Stopfmaschinen für Feldbahnen waren aufgrund der hohen Anschaffungskosten selten. Es standen in der Blütezeit der Feldbahn genügend billige Arbeitskräfte zur Verfügung, die diese Arbeit durchführten. Bei Feldbahnen mit geringen Achslasten und mit Sandbettung war "richtiges" Stopfen oft gar nicht nötig. Im Bergbau und bei Kleinbahnen waren Stopfmaschinen manchmal anzutreffen.

In Oekoven verwenden wir schweren Oberbau (S30 - S49 Schiene) auf Holz- und Stahlschwellen. Gerade bei den Stahlschwellen ist das Stopfen unabdingbar, und leider auch echte Knochenarbeit. Aus diesem Grund war die Leitung des Museums schon seit längerem auf der Suche nach einer günstigen Stopfmaschine. Und da waren wir nicht die einzigen. Von anderen Bahnen waren inzwischen einige der YD-22 Stopfmaschinen aus China importiert worden.

Am 02.04.2016 wurde dieser Maschinentyp bei der Dampf- Kleinbahn in Mühlenstroth -DKBM- von uns im Einsatz/Probebetrieb besichtigt, und in den wichtigsten Abmessungen skizziert. Die DKBM hatte die Maschine von dem französischen Zwischenhändler Giragr-CFG bezogen, der die Maschine schon auf 600mm Spurweite angepasst geliefert hat.

Der Probebetrieb in Mühlenstroth war sehr aufschlussreich und erfolgreich, die Maschine wies aber einige kleinere (und behebbare) Schwächen auf:

  • Die Haltezangen hängen nur wenig über Schienenoberkante, und bleiben daher bei Fahrt über Bahnübergänge gerne hängen. Diese sollte man etwa 20mm anheben. Die Maschine hat einen Stopfhub von 600mm, das ist mehr als üppig für eine Feldbahn, und lässt das Anheben des Grundrahmens zu.
  • Um die Spurweite von 600mm zu realisieren, hat der chinesische Hersteller (oder Giragr-CFG?) einfach den Aggregatrahmen von 750mm auf 630mm verschmälert. Nun reicht der freie Durchgang nicht mehr für die Stopfpickel, wenn man die in die unterste Position fährt. Mögliche Lösung: Die 50mm Winkeleisen durch kräftigen Flachstahl ersetzen.
  • Die Rollen sind zu klein, kann zu Entgleisungen führen.
  • Die Maschine ist auf einen Aggregatrahmen montiert, dieser wiederum läuft auf Rollen quer auf einem Grundrahmen. Im normalen 600mm Gleis braucht man die Querrollen nicht. In der ursprünglichen Anwendung bei Normalspurbahnen dient diese Rollenführung in erster Linie dazu, das Gleis zu räumen. Die Stopfaggregate werden dazu einfach auf einen Abstellrahmen geschoben, der während der Stopfarbeit mitgeführt wird. Das Aufstellen dieses Abstellrahmens, das Verschieben der Stopfaggregate und das Herausheben des Grundrahmens aus dem Gleis kann von den beiden Maschinenbedienern allein durchgeführt werden. Auch in Weichen ist der Nutzwert dieser Rollenführung nur gering. Der Hersteller bietet die Maschine auch als Weichenstopfmaschine an, da hat jedes Aggregat nur zwei Pickel (nicht vier). Wenn wir bei uns mal eine Weiche stopfen sollten, kann man ein Pickelpaar auch ausbauen, und die Rollenführung auf dem ursprünglichen Grundrahmen verwenden. In Mühlenstroth sprangen jedenfalls die Aggregatrahmen häufiger aus der Führung, und die Arretierung der Aggregate auf dem Grundrahmen ließ auch zu wünschen übrig. Das war dann Muskeleinsatz gefragt. Man brauchte 2-3 Personen Bedienpersonal im Normalbetrieb. Ein gemeinsamer Geräterahmen ohne Querverschiebbarkeit ist da praxistauglicher und robuster. Da bei unserer Feldbahn nur im gesperrten Gleis gearbeitet wird, brauchen wir die Möglichkeit zur Räumung des Gleises nicht.
  • Einige Keilriemenscheiben sind aus Grauguss, und wiesen starke Riefen auf, die für sehr starken Abrieb am Keilriemen führten (Gummistaub am Motorgehäuse).
  • Der Hydraulikpumpen-Keilriemen wird über das Verschieben der Hydraulikpumpe gespannt. Das Verschieben der Hydraulikpumpe wird aber von einem gerade verlegten kurzen Hydraulikschlauch verhindert, der zum Steuerventil führt. Falls das Nachspannen im Betrieb einmal nötig wird, könnte die Lösung darin bestehen, auch das Steuerventil verschiebbar zu machen, anstatt die Schlauchführung zu ändern.
  • Die Hydraulikschläuche hatten schon sehr viele Risse in der Gummiummantelung.

Das hört sich vielleicht etwas negativ an. Wir halten die YD-22 II aber trotzdem für eine gute und preiswerte Maschine, die für unsere Zwecke passt. Anpassungen oder Neukonstruktion der Grund- und Aggregatrahmen sind sicher nötig, den Aufwand halte ich aber für vertretbar. Wir wollen also die notwendigen und wünschenswerten Änderungen und Anpassungen selbst vorzunehmen, als das sich vom Hersteller oder Giragr-CFG nach unseren Vorstellungen anpassen zu lassen. Also wurde die Entscheidung getroffen, eine solche Stopfmaschine in 1435mm Version direkt aus China zu importieren. Die Abwicklung / Transport / Verzollung wurde von der Düsseldorfer Firma RoNa Werkzeuge GmbH durchgeführt.

Der Transport erfolgte im Container auf dem Schiff LORRAINE vom Dalian Port nach Rotterdam.

Die Maschine wurde am 22.06.2016 in Oekoven angeliefert. Die Maschine machte auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Einiges ist anders (in diesem Fall besser), als bei der typgleichen Maschine, die wir vor dem Kauf in Mühlenstroth besichtigt hatten.

So wurde der außermittige Senkzylinder, der die Linearführung stark belastet, durch zwei parallele Zylinder ersetzt. Auch die Hydraulikschläuche und andere Gummiteile machen einen wesentlich besseren Eindruck. Der Hydraulikschlauch zwischen Pumpe und Ventilblock wurde von uns gegen einen längeren getauscht. Nur so war es möglich, die Keilriemenscheibe des Motors zur Keilriemenscheibe der Pumpe in Flucht zu setzen.

Die Betriebsstoffe wurden aufgefüllt, und ein erfolgreicher Probelauf durchgeführt. Es wurde ein genaues Aufmaß zur Anfertigung des neuen Grundrahmens angefertigt.

Technik des Fahrzeugs

##in Bearbeitung

Die bei der DKBM angefertigten Skizzen

Bedienungsanleitungen

Betriebsstoffe

Mengenangaben für ein Aggregat, jeweils komplette Tankfüllung!

Hydrauliköl HLP 32 20 Liter
Motoröl SAE 10W-30 1,1 Liter
Kraftstoff Normalbenzin, bleifrei (ROZ 91) 6,1 Liter

Hydraulik-System (technische Daten)

  • Ein Hebezylinder hat 580mm Hub.
  • Die Kolbenfläche hat (Øinnen -Kolbenstange- 45mm und Øaussen -Zylinder- 70mm) 2258mm².
  • Das Volumen eines Kolbenhubs beträgt 1309651mm³ = 1,31 Liter
  • Es werden zwei Zylinder im Parallelbetrieb gefahren, das Gesamtvolumen eines Hubs beträgt 2,62 Liter.
  • Die Laufzeit eines Kolbenhubs beträgt 4 Sekunden.
  • Der Volumenstrom beträgt demnach 40 Liter / Minute.
  • Der Systemdruck liegt bei 60bar.

Es ist geplant, einen Fahrantrieb über die Hydraulikpume der Stopfmaschine zu betreiben. Da Fahren und Stopfen nicht gleichzeitig erfolgen, stellt das von der Anlagenleistung kein Problem dar.

Normbezug und Konformität

  • CN_Norm_TB-T1404-2008 General technical conditions of railway hydraulic tamping machine and hydraulic switch tamping machine.
  • Konformitätserklärung -CE- (in Arbeit)

Arbeitssicherheit

  • Gefährdungsbeurteilung
  • Betriebsanweisung
  • Vorgeschriebene PSA: Geschörschutz für Geräuschklasse L; Sicherheitsschuhe S1-AN oder S3

Aktueller Zustand und Verwendung

  • 07.2016: In Umbau auf 600mm

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